Juniorprofessur für Medienmanagement, insbesondere Sportmedien
Prof. Dr. Reinhard Kunz

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Interviews

Interview mit Prof. Dr. Reinhard Kunz

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Professor Kunz, ursprünglich kommen Sie aus dem Bereich des Dienstleistungsmanagements. Wie haben Sie den Weg zu den Medien gefunden und worin liegt für Sie die Faszination des Medienmanagements?

Mein Herz schlägt von klein auf für Medien. Insbesondere für Radio und Fernsehen habe ich mich schon sehr früh begeistert. Dabei hat mich immer schon der Blick hinter die Kulissen und Kameras interessiert. Im BWL-Studium habe ich dann die Chance ergriffen, mich in Seminaren sowie meiner Diplomarbeit und im Rahmen von Praktika intensiver mit dem Medienbereich zu befassen. Auch das Dienstleistungsmanagement bietet viele allgemeine Erkenntnisse, die sich auf die speziellere Thematik des Medienmanagements übertragen lassen.

Am Bereich des Medienmanagements und der Sportmedien finde ich besonders spannend, dass es sich um eine Branche handelt, die viele Menschen interessiert und die geprägt ist durch einen stetigen Wandel, der das Leben der Menschen zu beeinflussen mag. Das Fernsehen als Massenmedium ist ein gutes Beispiel, aber auch die zunehmende Verbreitung von Onlinemedien sowie mobiler Endgeräte oder sozialer Netzwerke.

Die Juniorprofessur befindet sich gerade im Aufbau. Wie gedenken Sie, diese zukünftig auszugestalten?

Die Juniorprofessur für Medienmanagement hat einen starken Forschungsfokus. Wir werden mit unserer Arbeit einen Beitrag zur internationalen Forschung im Medienmanagement und in daran angrenzenden Disziplinen wie dem Marketing-Management, dem Sportmanagement und der fächerübergreifenden Medienforschung leisten. Auch die Lehre erhebt damit den Anspruch, forschungsorientiert zu sein: sowohl der Stand der wissenschaftlichen Forschung als auch die eigenen, neuen Forschungsergebnisse fließen in die Lehre ein. Dabei ist mir auch der Kontakt zur Medienpraxis sehr wichtig. Außerdem sollen die Studierenden durch Exkursionen zu Medienunternehmen sowie Marktforschungsinstituten, durch Gastvorträge von Praktikern und durch Praktika bereits während ihres Studiums viel Praxiswissen aufbauen.

Sie haben bereits selbst medienpraktische Erfahrungen sammeln können. Inwiefern möchten und können Sie diese in Ihre Lehre mit einbringen?

Während meines Studiums der Betriebswirtschaftslehre habe ich im In- und Ausland Praktika in verschiedenen Branchen und Bereichen absolviert - überwiegend in den Medien und im Marketing - unter anderem bei RTL Television in der Stabsstelle für Medienpolitik und beim MDR in der Hauptabteilung für Kommunikation und Marketing. Meine eigenen praktischen Erfahrungen dienen mir dazu, die Medienbranche sowie ihre Spezifika besser zu verstehen und den Studierenden zu vermitteln. Die Schwerpunkte meiner Forschung sowie die der Lehre werden an praxisrelevanten Fragestellungen ausgerichtet. Besonders in der Lehre eignen sich die Erfahrungen dazu, bestimmte Sachverhalte durch Praxisbeispiele zu veranschaulichen. Den Kontakt zur Praxis halte ich auch heute noch - unter anderem im Rahmen von Forschungsprojekten, Exkursionen und Gastvorträgen von Praktikern.

Mit Ihrer Juniorprofessur bedienen Sie vor allem den Schwerpunkt aus Medien, Sport und Marketing. Worin sehen Sie die Relevanz in dieser Schnittstelle und warum legen Sie innerhalb des Medienmanagements den Fokus vor allem auf den Bereich der Sportmedien?

Medien, Sport und Wirtschaft bilden heute aus der Sicht des Marketing-Managements ein unzertrennliches Netzwerk. Die jeweiligen Akteure, ihre Geschäfts- und Erlösmodelle sind stark voneinander abhängig. Die wissenschaftliche Forschung hat sich dieser Schnittstelle trotz der großen Praxisrelevanz jedoch noch unzureichend gewidmet. Die Ausrichtung der Juniorprofessur für Medienmanagement auf den Bereich der Sportmedien trägt damit der Wichtigkeit des Sports für die Medienwirtschaft sowie der digitalen und audiovisuellen Medien für die Sportvermarktung Rechnung.

Mit Ihrem Lehrangebot bedienen Sie insbesondere die Studiengänge Medienkultur und Medienwirtschaft, Betriebswirtschaftslehre und Sportökonomie. War Ihnen diese breit gefächerte Ansprache wichtig?

Der besondere Reiz, mit Partnern aus unterschiedlichen Fächern und Disziplinen zusammenzuarbeiten liegt meines Erachtens in der Heterogenität der Menschen sowie ihrer jeweiligen Denk- und Herangehensweisen zur Problemlösung. Dies führt dazu, seine eigenen Ideen und Konzepte immer wieder kritisch hinterfragen zu müssen und dabei vom Wissen der anderen zu profitieren. Auch in der Praxis wird zunehmend in interdisziplinären Teams gearbeitet. Deshalb halte ich es für sinnvoll, in ausgewählten Lehrveranstaltungen Studierende unterschiedlicher Studiengänge und Fachrichtungen zusammenzubringen. Die Interdisziplinarität und das breite Spektrum der Studierenden erachte ich als eine große Bereicherung.

In Ihrer Dissertation widmen Sie sich dem Thema „Sportinteresse und Mobile TV“. Konnten Sie zentrale Erkenntnisse aus Ihrer Dissertation im Rahmen der Lehre mit den Studierenden weiter diskutieren und entwickeln?

Im Sinne einer forschungsorientierten Lehre bespreche ich natürlich mit den Studierenden die in meiner Dissertation gewählte Problemstellung sowie Forschungsmethodik und wir diskutieren die dabei gewonnenen Ergebnisse sowie Implikationen. Die Betrachtung des Stands der wissenschaftlichen Forschung und die Identifikation von Forschungslücken bieten immer Ansatzpunkte für zukünftige Forschungsarbeiten - beispielsweise im Rahmen von Projekten, Masterarbeiten und Doktorarbeiten. Den Diskurs von Forschungsideen mit den Studierenden und Doktoranden finde ich sehr wertvoll.

Welche Fähigkeiten vermittelt das Fach Medienmanagement künftigen Absolventen bzw. wie werden die Studierenden auf die spätere Berufswelt vorbereitet?

Unsere Studierenden lernen das Mediensystem sowie dessen Akteure kennen und befassen sich mit den Spezifika des Medienmanagements sowie der Sportmedien. Neben für Medienunternehmen relevanten Management-Tools werden im Sinne einer marktorientierten Unternehmensführung in der Medienbranche die Mediennutzer und das Rezipientenverhalten nachvollzogen. Unsere Studierenden werden befähigt, sich mit komplexen Fragestellungen der Medienwirtschaft auseinanderzusetzen, kritisch zu hinterfragen und theoretisch zu reflektieren. Sie sind in der Lage, wissenschaftlich fundierte Problemlösungen zu entwickeln und in der Medienpraxis qualifizierte Entscheidungen zu treffen.

Welcher Motivationsspruch hat Sie durch das Studium geleitet?

Meine Devise lautet: „Nur die Ruhe nie verlieren!“ Ich bin der Meinung, man sollte sich den Herausforderungen stellen, auch wenn sie schwer sind, und die Chancen ergreifen, die sich einem ergeben. In der Regel ist dies mit harter Arbeit verbunden. Da ist es gut, eine Vision zu haben und in einem Bereich zu arbeiten, der einem Spaß macht und Erfüllung gibt.

Für welchen Sport und Verein schlägt Ihr Herz?

Ich schaue gerne Fußball, vorzugsweise die Spiele der Nationalmannschaft sowie die des FC Bayern München, und verfolge Sportgroßereignisse wie die Olympischen Spiele. Auch manche kleinere Sportarten und Wettbewerbe finde ich durchaus sehr interessant. Sie werden derzeit in den Medien jedoch noch kaum repräsentiert. Die Forschung und Lehre der Juniorprofessur für Medienmanagement, insbesondere Sportmedien wird aber dazu beitragen, dass sich dies zukünftig ändert. Gerade die neuen Medien bieten hierbei zahlreiche Möglichkeiten, solche Randsportarten medial zu vermarkten.

 

 

Interview with Prof. James Santomier

Professor Santomier, there are several universities and projects all around the world you already worked with and contributed to. Can you give us a short overview of your academic and business career?

My academic career has spanned over 40 years and during that time I’ve held positions at the University of the Pacific in Stockton CA, the University of Oregon, New York University, and Sacred Heart University, in Fairfield, CT. In addition I’ve taught overseas in Hong Kong at Hong Kong Institute of Education.

I’ve consulted with many corporations in the US regarding health promotion programs, sponsorship, and new product development. I also was a consultant with Shiseido Ltd., in Tokyo, Japan, and with Bona Sport in Barcelona, Spain. Currently I am a consultant with sbrnet.com, an online sport business database.

You mainly teach and do research at the Sacred Heart University in Fairfield/Connecticut (U.S.A.). When was the first time you came to the University of Bayreuth and what is your motivation of teaching in Bayreuth nowadays?

My first time in Bayreuth was in 1989. I was invited to teach in the area of health and fitness by Prof. Klaus Zieschang, who was the Director of the Sport Institute at the time. The first time I stayed almost two months, and enjoyed my time very much. Since then I’ve welcomed the opportunity return to Bayreuth and the university whenever I can.

Is your German already good enough to order a typical Bayreuther Bratwurst? :)

Absolutely!!

In which ways do the German and American students differ from your point of view?

I believe that the main difference between the two groups is that because Bayreuth students are more proactive and responsible for their individual academic programs, their special events, etc., they have a richer university experience than most American students. They leave the university with additional communication and management skills and abilities that serve them well in their professional lives.

In your lectures and research you highlight the importance of new media in the sport industry. Which core aspects express this relationship? Could you illustrate this by a current example?

This is a difficult question because of the complexity of the sport industry and the nature of new media. However, it is clear that new media is an important driver of the globalization of sport and a key element in developing new revenue streams for sport franchises, leagues, and federations worldwide. The example I would use is the significant improvements that we see in new media development and management from one mega-event to the other. For example, beginning with the 2006 World Cup through the 2012 Olympics, the innovation and integration of new media at all levels, from HDTV, to website design and social media, advanced significantly.

Your focus in research and teaching is on sport new media and sport sponsorships. How do you assess the emphasis on sport media of the junior professorship for media management at the University of Bayreuth?

Given the significance of the media industry in our culture and the rapid development of digital media, from broadcast to social media, it is certainly timely and important for the University of Bayreuth to support a professorship for media management. It is especially important for sport management and media students to understand the diverse implications of new media development for the sport industry worldwide. And Prof. Kunz has the research and teaching experience, as well as the interest to lead that initiative.

In your opinion, what are the main differences between the sport-media-systems in the U.S.A. and in Germany?

I would consider that the main difference between the U.S. and the Germany sport-media-system is in the way in which sport is distributed via TV. In the U.S., for the most part, regular season games for most sports are accessible only through a cable provider, which means that most Americans are paying to view sport on TV. Sport is available on free-to-air TV when the level of play warrants increased interest among advertisers. Whereas in Germany, the broadcast regulations are such that much of sport is distributed on free-to-air and commercial free TV.

Letzte Änderung: 31.10.2013 23:05 · Impressum / Haftungsausschluss